Du hast deine eigene Radioshow Black Door auf WKFU. Erzähle uns etwas darüber.
Black Door ist ein wenig die Fortsetzung meiner Buchrecherche. Ich liebe es, Künstler zu interviewen und sie zu fragen, welche Musik sie beeinflusst hat, ihren Entwicklungsprozess oder auch einfach nur ein gutes Gespräch mit ihnen. Natürlich in Bezug auf 80er Jahre Musik. Allerdings mag ich es auch neue Künstler zu interviewen, die die Liebe zu dieser Musik teilen. Vor kurzem habe ich einen belgischen DJ der bekannten Radioshow "Liaisons Dangereuses" interviewt – das war für mich der Höhepunkt bisher.
Du hast die Eventreihe SYNTHICIDE in Brooklyn ins Leben gerufen. Erzähle doch etwas darüber und über die Idee dahinter?
Synthicide entstand aus Frustration über die New York City Club Szene. Es gibt so viele Regeln – spiele nur Goth/New Wave an einem Gothicabend, Industrial / EBM an den anderen – ich empfand das als große Beschränkung. Und niemand aus der Szene hat mal über den Tellerrand geschaut… Ich hatte mich damals für den Bossa Nova Civic Club entschieden, weil es ein neuer Club war ( zumindest für Goths und Leute aus Manhattan ), der mutig ist und mitten in Bum-Fuck Brooklyn liegt.
Synthicide
war ein Jahr lang eine Happy Hour Party am Sonntag, auf der viele befreundete DJs gerne für mich gespielt haben und auf der ich jedem der wollte, eine Möglichkeit zum Spielen gab. Die einzige Regel, die ich in ersten Jahr hatte, war: „No real drums!“ ( das ist ein Techno Club ) – ich wollte, dass die Party unvoreingenommen und Spaß für jeden war, ohne Dresscode, kein Drama, nur Musik. Heute ist Synthicide eine Party die Donnerstagabend stattfindet, es ist also etwas größer geworden. Ich denke, dass Synthicide bekannt wurde aufgrund der 80er Jahre Musik – Freestyle, Industrial DJs und sogar Frankie Bones ( Storm Rave / Sonic Groove ) haben bei mir gespielt!
Erfolgreiche weibliche DJs und Produzenten sind immer noch schwer in der Musikszene zu finden. Wie ist deine persönliche Meinung dazu? Denkst du, dass sich in den letzten Jahren diesbezüglich etwas verändert hat?
Ich kann nur von meinen Erfahrungen aus der Industrialszene sprechen, trotzdem denke ich, dass es nur sehr wenige erfolgreiche weibliche DJs / Produzenten gibt ( trotz ihres Talents ). Ich denke, Frauen werden viel härter beurteilt, wir müssen uns mehr beweisen. Dieses Thema ist heikel für mich, da ich Opfer von frauenfeindlichen Schikanen war und ich habe eine persönliche Vendetta geführt, um als DJ erfolgreich zu sein. Ich bin sicher, dass die meisten weiblichen DJs / Produzenten diese Konflikte hatten und haben, leider.
Welche Musik hörst du privat?
Am liebsten höre ich alte DJ-Sets und aufgezeichnete Radioshows aus den 80ern…da kann man richtige Underground-Musik hören. Ich liebe das neue John Carpenter Album und die Ro Maron Compilation.
Gibt es noch weitere Projekte, an denen du aktuell arbeitest?
Ich arbeite derzeit an einigen Tracks und hoffe diese im Sommer zu veröffentlichen. Außerdem arbeite ich an einem Buch im Moment und fange gerade noch mit der Arbeit an einem weiteren Buch an.
Was ist dir wichtig im Leben?
In allen Bereichen der Musik als Fan, Gestalter, Promoter und alles andere, was damit zu tun hat, involviert zu sein.